Nachlese Gemeindevertretung Mai > Quartiersentwicklung Alte Stuhlfabrik

20. Mai 2026 | Bürgermeister, Gemeindepolitik, Gemeindevertretung-Berichte

Am Dienstag, 19.5. eröffnet Bürgermeister Stefan Übelhör pünktlich um 19:30 Uhr die Gemeindevertretungssitzung vor vollem Haus.

Auf der Agenda stehen heute:

  • Mitteilungen
  • Präsentation und Beratung Quartiersentwicklung „Alte Stuhlfabrik“
  • Präsentation und Beratung Teilbebauungsplan „Alte Stuhlfabrik“
  • Anpassung Tarife Kinderbetreuung

 

Mitteilungen des Bürgermeisters:

  • Ende April fand der zweite Round Table zur Quartiersentwicklung „Alte Stuhlfabrik“ statt mit den Mitgliedern und Ersatzmitglieder des Raumplanungsausschusses, sowie dem Strategieteam.
  • Am 30.4. fand die die konstituierende Sitzung des Preisgerichtes zum Architekturwettbewerb für die neue Schülerbetreuung statt. Die Jurierung wird am 15. Und 16.10. stattfinden.
  • Am 5.5. wurden die neuen Töpfe mit Sitzgelegenheiten für den Kirchplatz geliefert, die Bepflanzung fand am 06.05. statt, so war der Kirchplatz fein gemacht für den ersten Markt im heurigen Jahr.
  • Der erste Markt für heuer fand am Samstag, 9.5. statt.  Der Kirchplatz war bei bestem Wetter mit den vielen Besucher:innen  und den tollen Ständen eine echte Augenweide. Der Bürgermeister dankt dem Organisationsteam aus dem Amt der Gemeinde Höchst, den Gebäudewarten und dem Team vom Bauhof für die Organisation.
  • Weiters berichtet der Bürgermeister von einem sehr gelungenen Ausflug mit der Freiwilligen Feuerwehr ins Elsass. Er war beeindruckt vom Teamgeist der Feuerwehr und bedankt sich für die Einladung zum Ausflug.
  • Anfang der Woche sind die Bauarbeiten zur Außengestaltung rund ums Alte Pfarrheim gestartet. Wie erwartet, gab es einen kurzen Aufschrei bzgl. der nun wegfallenden Parkplätze. Der Bürgermeister zeigt sich aber optimistisch, dass sich die Aufregung bald legen wird und der neue Platz zur Steigerung der Aufenthaltsqualität im Höchster Zentrum massiv beitragen wird.

 Quartiersentwicklung „Alte Stuhlfabrik“

In einem mehrstufigen Prozess haben die Architekten Eva Ling-Grabher und Stephan Grabher sich das Areal rund um die Alte Stuhlfabrik genauer angeschaut.

Die Grundstücke sind derzeit als BB1 (Baufläche Betriebsgebiet) gewidmet. Die ursprüngliche industrielle Nutzung wurde vor einigen Jahren eingestellt. Eine Wiederaufnahme einer produzierenden Nutzung ist nicht geplant und gestaltet sich auf Grund der Standortgegebenheiten (Zufahrt, Siedlungsgebiet etc) schwierig.

Seitens des Eigentümers der „Alten Stuhlfabrik“ gibt es seit längerer Zeit Überlegungen, eine Kinderbetreuung und eine private Schule anzusiedeln. Dies wurde bislang aus flächenwidmungstechnischen Gründen abgelehnt. Eine Umwidmung auf Baumischgebiet wäre für eine solche Nutzung notwendig.

Voraussetzung dafür ist die gesamthafte Betrachtung und Konzeption des Areals und ein konstruktiver Austausch zwischen Eigentümer:innen, Gemeinde, Anrainer:innen und weiteren relevanten Akteur:innen.

Die Ergebnisse der Quartiersentwicklung zeigen, dass hier gute Voraussetzungen für eine gemischte Nutzung gegeben sind. Es wird gewünscht, dass sowohl gewerbliche Nutzung, als auch Wohnraum möglich ist, sowie weiterhin im Foyer der Alten Stuhlfabrik Veranstaltungen stattfinden können.

Zusammenfassend ist zu sagen, dass aus raumplanerischer, fachlicher Sicht, die bestehende BBI Widmung nicht mehr standortgerecht ist und eine neue mögliche Nachnutzung somit verhindert wird. Das Areal erfüllt die Kriterien und die Zielsetzung die im REP (Räumlicher Entwicklungsplan) und eine Umwidmung in Baumischgebiet ist aus fachlicher Sicht anzustreben.

Mögliche Nutzungen:

  • Ansiedlung der Kinder- und Schulstube
  • Gewerbliche Nutzung in der Halle, z.B. Kletterhalle o.ä.
  • Gewerbenutzung, damit Öffentlichkeitscharakter erhalten bleibt
  • Wohnräume sind ebenfalls vorstellbar, mit Gewerbe im EG
  • Außenräume sollen als Freizeiträume genutzt werden können und die Aufenthaltsqualität erhöhen
  • Öffentliche Durchwegungen für Fußgänger und Radfahrer sind angedacht

Bürgermeister Übelhör bedankt sich für die Ausführungen und lässt Fragen aus den Reihen der Mandatar:innen und (nach Abstimmung) auch aus den Zuschauerrängen zu.

Anschließend präsentieren die Expert:innen das raumplanerische Instrument des Bebauungsplanes für das Areal.

Dieser Bebauungsplan sollte in der nächsten Sitzung beschlossen werden und dient als Rahmenplan für das Areal. Dabei sind Baufelder gekennzeichnet, indem Höhe, Größe etc. der potenziellen Baukörper definiert sind. Auch die schematische Darstellung der Durchwegung ist Teil des Bebauungsplans. Die Architekten sprechen sich für eine gemeinsame Tiefgarage aus, um oberirdisch möglichst wenig Platz für Abstellflächen zu vergeben.

Anschließend bricht eine hitzige und emotionale Diskussion mit vielen Fragen aus, die größtenteils geklärt werden konnten.

Zusammenfassend entkräftet der Bürgermeister die Bedenken, dass Höchst im Falle einer Umwidmung zu wenig Betriebsfläche zur Verfügung stehen würde, damit, dass derzeit mit Hochdruck die Erschließung und Entwicklung des Betriebsgebietes Nord-Ost vorangetrieben wird. Außerdem sind derzeit die meisten Höchster Betriebe auf Bau-Mischgebiet angesiedelt, das wäre auch in diesem Fall hier möglich.

„Die bestehende „Inselwidmung“ ist eine Bestandswidmung als den 70er Jahren, die ist zum jetzigen Zeitpunkt an diesem Standort einfach nicht mehr zeitgemäß. Diese mögliche Entwicklung ist eine große Chance für Höchst. Die weiteren Schritte sind nun, dass in einer Kleingruppe mit allen Fraktionen der letzte Feinschliff gemacht wird und in Folge in der nächsten Gemeindevertretung zum Beschluss kommt.“ erläutert Bgm. Übelhör.

Der Bürgermeister schließt die Diskussion und leitet zum nächsten Tagesordnungspunkt weiter.

Tarifanpassung Kinderbetreuung:

Er übergibt dazu das Wort an Bildungsreferentin Silvia Saurer-Kaufic (HVP). Diese erläutert, dass es notwendig ist die Tarife für die Kinderbetreuung an den Tarifkorridor des Landes weiter anzupassen. Derzeit liegt Höchst eher am unteren Bereich des Korridors und nach dem Beschluss (gültig ab 1.9.2026) würden wir 45% des Korridors erreichen. Für ein 1-jähriges Kind, das 25h/Woche in Betreuung ist, wäre das eine Anhebung von 12,50 EUR pro Monat. Der Antrag wurde einstimmig beschlossen.

Für die bessere Nachvollziehbarkeit der Abrechnung wird im zweiten Schritt, die Modulbuchung angepasst. Auch dieser Antrag wurde einstimmig angenommen.

In der Schülerbetreuung wird auch noch eine Anpassung gewünscht. Bisher galt, dass es erst ab dem 9. Kind in Betreuung eine 2. Betreuungsperson geben soll, das wurde gesenkt auf 8 Kinder. Und die Schülerbetreuung soll bereits ab 1 angemeldeten Kind möglich sein (d.h. keine Mindestanzahl mehr). Sowohl Silvia Saurer-Kaufic als auch Bürgermeister Übelhör betonen, dass es der Gemeinde ein großes Anliegen ist, ein verlässlicher Partner für die Eltern und Familien zu sein und auch diese Abstimmung erfolgte einstimmig.

Da unter Allfälliges keine Wortmeldung erfolgte, schloss der Bürgermeister die Sitzung um 21:50 Uhr.

Die nächste öffentliche Gemeindevertretungssitzung (die letzte vor der Sommerpause) findet am 30.6.2026 um 19:30 Uhr statt.

Hier die gesamte Nachlese als pdf. 260519_Nachlese Gemeindevertretung